Weltmacht Religion (gebundenes Buch)

Wie der Glaube Politik und Gesellschaft bestimmt - Ein SPIEGEL-Buch
Adolphsen/Blech/Brandt u a
ISBN/EAN: 9783421042910
Sprache: Deutsch
Umfang: 288 S.
Format (T/L/B): 3 x 22 x 14.2 cm
Einband: gebundenes Buch
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Die ganze Welt des Glaubens Millionen pilgern nach Rom, um am Sarg des verstorbenen Papstes zu beten. Karikaturen des Propheten Mohammed in einer dänischen Zeitung führen zu Aufruhr in der islamischen Welt. Christliche Fundamentalisten in Amerika verbannen Darwins Evolutionstheorie aus den Schulen. Der Glaube an höhere Mächte ist aus unserer scheinbar von Wissenschaft und Technik geprägten Welt keineswegs verschwunden. Und vielerorts ist Religion Anlass oder Vorwand für kriegerische Auseinandersetzungen. "Weltmacht Religion" beschreibt die neuen Entwicklungen und den wachsenden Einfluss der großen Religionen auf Kultur, Politik und Gesellschaft. SPIEGEL-Korrespondenten und Reporter recherchierten in Europa, Asien, Afrika und Amerika und liefern so ein umfassendes Kompendium vom Wiederaufleben des Religiösen - bis hin zur Antwort auf die Frage: Woran glaubt, wer nicht glaubt? Aktueller Überblick über die Religionen der Welt und ihre Rolle im gesellschaftlichen Leben Gut lesbare Gesamtschau aus Reportagen, Berichten und Analysen sowie einem Informationsteil Beleuchtet besonders das Verhältnis von Religion und Gewalt Aktuelles Thema: das Wiedererwachen des Glaubens
Vorwort Lange schien die Religion kein Thema mehr zu sein. Zumindest nicht im säkularen Westeuropa. Doch in einer sich rasch wandelnden globalisierten Welt kehrt der Wunsch zurück, im Glauben Halt zu finden. Auch in der Bundesrepublik wird über Religion debattiert. Wie halten wir es mit religiösen Symbolen in öffentlichen Ämtern? Brauchen wir die Hinwendung zu Gott, um den Werteverfall in unserer Gesellschaft zu stoppen? Stärker als in Europa zeigt sich die Dynamik religiöser Gemeinschaften in Afrika, Asien und Amerika. In den Vereinigten Staaten, wo der Einfluss christlicher Fundamentalisten bis ins Weiße Haus reicht, gibt es mittlerweile über 1200 Megachurches - fast doppelt so viele wie im Jahr 2000. In Lateinamerika locken die evangelischen Pfingstler Tausende auch mit modernen Marketingmethoden in ihre Gottesdienste. In Afrika kämpfen Christen und Muslime um die religiöse Vormacht auf dem Kontinent. Hier vermischen sich oft die monotheistischen Religionen und die Naturreligionen der Ahnen. Mit der Rückkehr des Glaubens zeigt sich vermehrt auch die gewalttätige Kehrseite religiöser Hinwendung - Hass und Misstrauen zwischen den Religionen wachsen. In vielen Ländern gehört die Angst vor dem Terror im Namen des Herrn zum Alltag. Als in einer dänischen Zeitung Mohammed-Karikaturen erschienen, wurden Konsulate des skandinavischen Landes in Brand gesetzt. Bei Demonstrationen gab es sogar Tote. Nach der Regensburger Rede des Papstes gerieten viele Muslime erneut in Aufruhr. Nur mit Mühe gelang es Benedikt XVI., die Wirkung der von ihm zitierten Kritik aus dem 14. Jahrhundert am Propheten Mohammed abzuschwächen und die erhitzten Gemüter in der muslimischen Welt wieder zu beruhigen. In dem vorliegenden Buch analysieren SPIEGEL-Redakteure und Religionswissenschaftler die Hintergründe gewalttätiger Konflikte zwischen den Konfessionen, und sie beschreiben, wie Gott oder Allah oder Jahwe, wie Buddha und Shiva, wie Yin und Yang, Regengötter und Elfengeister das Leben der Menschen beeinflussen. Die Herausgeber danken den Autoren für ihre anschaulichen Schilderungen der weltweiten Glaubensvielfalt, den Dokumentaren für die sorgfältige Überprüfung der Fakten und den Grafikern für die informativen Schaubilder. Unser Dank gilt auch unserem Schlussredakteur Karl-Heinz Körner für die Korrektur der Texte sowie unseren Sekretärinnen Angelika Kummer und Antje Wallasch, die in all der Hektik stets den Überblick behielten. Ein ganz besonderer Dank geht an Ulrich Schwarz, der uns als ausgebildeter katholischer Theologe mit Rat zur Seite stand. Karen Andresen und Stephan Burgdorff DIE RÜCKKEHR DES GLAUBENS International haben Religionen starken Zulauf, weil die Menschen sich im rasanten Wandel der Welt Halt erhoffen. Terroristen morden im Namen Gottes, in den USA regiert die christliche Rechte mit. Nur Westeuropa erscheint als säkulare Insel - oder kehrt auch hier die Frömmigkeit zurück? Von Rainer Traub Rom im April 2005. Dichtgedrängt stehen die Menschen auf dem Petersplatz. Papst Johannes Paul II. ist gestorben, und im Petersdom wollen auch diejenigen vom Heiligen Vater Abschied nehmen, die man sonst eher auf Rockfestivals vermutet - Schulmädchen, die sich extra für diese Reise freigenommen haben, junge Männer mit Rastalocken. Zwei Jahre später, im Vatikan amtiert längst ein neuer Hausherr, sind die Schlangen immer noch endlos lang. Vor allem die Deutschen zieht es in Scharen zu Benedikt XVI. Allein im ersten Halbjahr nach Amtsantritt kamen 50000. Sind das erste Anzeichen für eine Rückkehr zur Religion im notorisch säkularen Europa? Gerade unter jungen Leuten? Oder ist der Andrang vor dem Heiligen Stuhl in Wahrheit Folge eines ganz ordinären Medienhypes - geschuldet einem Interesse, das sonst auch Fußballern, Popstars oder Hollywood-Diven gilt? Sicher beantworten kann die Frage heute noch niemand. Unbestritten aber ist: Selbst wenn die Kirchen sonntags leerer geworden sind - in Zeiten der Globalisierung suchen auch auf d Leseprobe